Multiplikatoren-Netzwerk

Module

Modul 1: Einführung in die Multiplikatorenausbildung und das Konzept der Nachhaltigkeit


Dieses Modul bildete den gemeinsamen Auftakt der Multiplikatorenausbildung. Die Teilnehmer/innen lernten ihr Trainingsteam kennen und wurden in die Modulorganisation und -inhalte, ihre Rolle und Aufgaben als Multiplikator sowie die Lernplattform Blackboard eingeführt. Es folgte eine Einführung in die Konzepte der Nachhaltigkeit, der nachhaltigen Entwicklung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ein Schwerpunkt dieses Moduls war die ökonomische Seite der Nachhaltigkeit. Dabei erfolgte eine Auseinandersetzung mit den Fragen: Was ist eine nachhaltig operierende Schülerfirma? Welche Grundlagen, Zielsetzungen und Kriterien sind zu beachten? Was ist der pädagogische Nutzen und welche Kompetenzen werden gefördert? Es wurde eine Einordnung des Schülerfirmenkonzeptes in die Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgenommen und der Mehrwert für die Schulprofilierung vorgestellt.

Modul 2: Kompetenzorientierung und Partizipation als Prinzipien einer Nachhaltigen Schülerfirma


Die Teilnehmer setzten sich ausführlich mit der Kompetenzorientierung und der Partizipation in Nachhaltigen Schülerfirmen auseinander. Das Modul vermittelte Antworten auf die Fragen: Was haben betriebswirtschaftliche Aspekte mit Nachhaltigkeit, Kompetenzorientierung und Partizipation zu tun? Wie führe ich Schüler/innen an das Prinzip Partizipation heran? Welche Kompetenzen sollten unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung gefördert werden? Wie kann die – auch als Gestaltungskompetenz bezeichnete – Fähigkeit, nicht nachhaltige Entwicklungsprozesse erkennen zu können gefördert werden? Mithilfe der Methode des selbst organisierten Lernens (SOL) wurden betriebswirtschaftliche Aspekte wie Gründungsphase, Business Plan, Organisation, Informations- und Entscheidungswege, Buchführung, Öffentlichkeitsarbeit – im Kontext von Kompetenzorientierung und Partizipation – vermittelt.

Modul 3: Nachhaltige Schülerfirmen als Produzenten, Dienstleister und Unterstützer in der Gemeinde


Innerhalb der Ausbildung stellte dieses Modul ein für die Überlegungen zur Gründung einer Nachhaltigen Schülerfirma sehr gut geeignetes Lernarrangement – das Konzept des Service Learning – vor. Die Teilnehmer/innen entwickelten als nachhaltigkeitsorientierte Produzenten, Dienstleister und Unterstützer in der Kommune eigene Konzeptionen und authentische Angebote von Schülerfirmen. Es wurden lehrplangerechte Tätigkeiten in und für Kommunen, Verbände und NGOs diskutiert. Überdies wurde der Frage, wie sich die Elemente, Prinzipien und Grundlagen des Service Learning Konzeptes lehrplangerecht im Rahmen des Unterrichts umsetzen lässt Raum gegeben. In Anlehnung an die systematisch partizipative Methode Service Learning wurde mithilfe von Beispielen aus der Praxis verdeutlicht, wie die Vorbereitung, die Begleitung und die Evaluation des “Dienstes am Gemeinwohl” im Unterricht bzw. im Rahmen der Arbeit einer Nachhaltigen Schülerfirma umgesetzt werden kann.

Modul 4: Schulqualitätsentwicklung und Nachhaltige Schülerfirmen


In diesem Modul wurden Rahmenvorgaben für die schulische Qualitätsentwicklung (auf Bundesebene; Bildungsstandards) dargestellt. Die Teilnehmer/innen übten sich darin, das Potential von Nachhaltigen Schülerfirmen überzeugend in einem Beratungsgespräch darzustellen. Der Einsatz von Zielvereinbarungen, die Bestandteile des schulischen Qualitätsmanagements sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Rolle eines Beraters, waren in diesem Modul ebenfalls zentrale Schwerpunkte. Weiterhin wurde Fragen nachgegangen wie: Hat die Mitarbeit in einer Nachhaltigen Schülerfirma Einfluss auf die Lernmotivation? Wie erfolgen Kontrolle, Ermittlung und Bewertung der Leistungen der Mitarbeiter/innen? Welche Funktionen haben dabei das Anfertigen eines Portfolios und die Anfertigung eines Arbeitszeugnisses für die Schüler/innen? Dabei wurden mögliche Schwachstellen des traditionellen Unterrichts analysiert und das Know-how zu deren Überwindung durch die Mitarbeit in einer Nachhaltigen Schülerfirma vermittelt.

Modul 5: Sommeruniversität


Das fünfte Modul hatte eine Sonderstellung, da hier alle Teilnehmenden zum zweiten Mal zusammenkommen sind. Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), welches zukunftsorientiert, optimistisch, reflektierend, flexibel und offen und damit – falls erforderlich – ständig veränderbar ist, muss selbstverständlich auch in dieser Multiplikatorenausbildung Anwendung finden. Deshalb wurde den Teilnehmer/innen die Möglichkeit angeboten, ihre Fragen aus bereits durchgeführten Modulen in die Sommeruniversität einzubringen. Diese wurden in den Ablauf des Moduls in Form eines eintägigen Open Space-Workshops integriert. Es gab des Weiteren inhaltlichen Input zu rechtlichen Grundlagen und zu Entrepreneurship. Diese Themen wurden als halbtägig stattfindende Workshops eingebracht. Ein weiterer thematischer Block stellten die Workshops von Multiplikatoren für Multipliaktoren dar und wurden zu folgenden Themen angeboten: Schülergenossenschaft, Nutzen neuer Medien in NaSch, BNE, Entrepreneurship.
Die Sommeruniversität umfasste vier Tage und wurde von einem Freizeitprogramm begleitet.

Modul 6: Meine Rolle als Berater


Dieses Modul war auf das Kerngeschäft eines Multiplikators, die Beratertätigkeit, ausgerichtet. Wie motiviere und unterstütze ich Schulen in Bezug auf die Einrichtung einer Nachhaltigen Schülerfirma? Wie überwinde ich Unsicherheit und Bedenken von Schulleitungen, Kollegien, einzelnen Personen? Wie äußere ich Kritik und gebe als Multiplikator eine Stütze, fördere und helfe? Die Teilnehmer/innen wurden befähigt, Hemmnisse in konkreten Handlungssituationen wie dem Umgang mit Konflikten in (Nachhaltigen) Schülerfirmen zu bewältigen. Nachhaltige Schülerfirmen im Start Up zu beraten, verlangt Wissen und methodisches Geschick bei der Gestaltung der Beratungsgespräche. Es wurde daher der Frage nachgegangen, welche bestimmten Persönlichkeitsmerkmale bzw. bestimmte Sozialkompetenzen ein Initiator/Begleiter von Nachhaltigen Schülerfirmen mitbringen sollte. Die Teilnehmer/innen lernten am praktischen Beispiel und Rollenspielen, wie Gespräche moderiert werden können (Moderationstechnik) und wie sachlich/fachlich diskutiert und methodisch beraten werden kann.

Modul 7: Kompetenzen zur Kooperation mit außerschulischen Partnern


In diesem Modul stelle der gemeinnützige Verein NFTE (Network For Teaching Entrepreneurship) den Teilnehmern vor, wie von NFTE trainierte Lehrkräfte Persönlichkeit, Unternehmergeist und Wirtschaftskompetenz ihrer Schüler/innen systematisch fördern. Die Teilnehmer/innen setzten sich u. a. mit Marktforschung und Marketing auseinander. Sie erwarben die methodisch-didaktische Kompetenz, diese Themen ebenso wie Finanzplanung und Kostenrechnung schülergerecht und einprägsam zu vermitteln. Aufgrund ihrer Interessen und Stärken entwickelten sie in einem kreativen Prozess eine individuelle Geschäftsidee für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Möglichkeiten der Einbindung in das schulische Unterrichtsprofil und Erfahrungen mit dem Aufbau von Kooperationen mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft wurden dargestellt und aufgrund der Erfahrungen der Teilnehmenden diskutiert. Die Beratungskompetenz der künftigen Multiplikatoren in den Arbeitsfeldern “Kooperation” und “Netzwerkarbeit” wurde gestärkt. Dieses Modul legte den Teilnehmenden die Grundlage sich als sogenannte “NFTE-Lehrer/innen” zertifizieren zu lassen.

Modul 8: Das Nachhaltigkeitsaudit als Instrument der Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in die Schülerfirma


In diesem Modul wurden die Teilnehmenden mit dem Nachhaltigkeitsaudit als Instrument zur Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in die Schülerfirma und zur kontinuierlichen Entwicklung von Schule im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) vertraut gemacht. Im Kontext der Entwicklung einer Nachhaltigen Schülerfirma meint Audit die “Überprüfung” der fortwährenden Umsetzung dieses Vorhabens. Durch die kontinuierliche Wiederholung der Arbeitsschritte: Planen (P) – Durchführen (D) – Kontrollieren (K) – Auswerten (A) (= PDKA-Kreislauf) wird der Umsetzungsprozess überschaubar und auch planbar gemacht. Die Teilnehmer/innen lernten, die Arbeitsschritte des Audits anzuwenden und unter der Nutzung von Methoden wie Szenariotechnik oder Zukunftswerkstatt beispielhaft ein Audit einer Schülerfirma zu erstellen.

Modul 9: Außendarstellung und -wirkung Nachhaltiger Schülerfirmen


Die Schülerfirma hat sich gegründet und schon stellen sich die ersten Fragen zum Einwerben finanzieller Mittel und zum Geldverdienen. Wie und wann spricht man welche Zielgruppen an? In welcher Preiskategorie bieten wir unser Produkt oder unsere Dienstleistung an? Das Modul zeigte auf, wie die Schüler/innen mit den Werkzeugen des Marketing-Mix die oben genannten Probleme lösen und sinnstiftend für ihre Firma werben können. Des Weiteren wurden die positiven Aspekte der Nachhaltigen Schülerfirmenarbeit herausgearbeitet, um in der Außendarstellung gewünschte Effekte zu erzielen und sich von nicht-Nachhaltigen Schülerfirmen deutlich abzugrenzen. Im Rahmen des Moduls wurden Marketing-Grundlagen für eine Nachhaltige Schülerfirma (Produkt, Preis, Kommunikation, Distribution, Kommunikationsstrategien und Werbung für Nachhaltige Schülerfirmenarbeit) vermittelt. Anhand einer Pressekonferenz wurde den Teilnehmern verdeutlicht, wann welche Schritte erfolgreich für die Öffentlichkeitsarbeit und somit erfolgreiche Außendarstellung des Unternehmens “Nachhaltige Schülerfirmen” zum Einsatz kommen.

Modul 10: Abschlussveranstaltung


Dieses Modul bildete den Abschluss der Multiplikatorenausbildung. Die Teilnehmenden kamen zum letzten Mal in der gesamten Gruppe zusammen und reflektierten den Lernprozess, präsentierten Arbeitsergebnisse und sondierten gemeinsam Möglichkeiten, um als Multiplikatoren für Nachhaltige Schülerfirmen aktiv zu werden sowie Multiplikatorennetzwerke in den Bundesländern zu initiieren. Workshops zu speziellen, offen gebliebenen Fragen sowie eine Evaluation der Multiplikatorenausbildung waren weitere Eckpunkte des Moduls. Abschließend erfolgte die Verleihung der ECTS-Zertifikate, der Teilnahmebescheinigungen und des zusätzlich im Rahmen der Ausbildung erworbenen NFTE-Zertifikats. Die Ausbildung endete mit einer kleinen Abschiedsfeier.

Blended Learning


Blended Learning bedeutet, dass eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzphasen (Lernen in der Gruppe) und elektronischen Lehr-/Lernkonzepten (E-Learning) im Rahmen einer durchgängig betreuten Aus-, Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme erfolgt. Zentrale Aspekte von Blended Learning sind die Vor- bzw. Nachbereitung von Präsenzveranstaltungen. Im Rahmen der Nachbereitung gilt es insbesondere, den Lerntransfer zu sichern. Somit unterstützt und fördert Blended Learning das selbstgesteuerte Lernen.